Logo

Energie-Genossenschaft hadert mit Gabriel

Vorstand verlangt fairen Strom-Wettbewerb

Kreis Herford. Umweltpolitisch engagierte und investitionsbereite Menschen dürften nicht enttäuscht werden, warnt die Friedensfördernde Energie-Genossenschaft Herford mit Blick auf die von Wirtschaftsminister Gabriel geplante Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Denn wer als Bürger im Kreis Herford Solarfelder oder Windräder errichten will, könnte in der Stromwirtschaft künftig außen vor bleiben.


"Die Pläne sind für unsere Genossenschaft wachstumshemmend", sagt Uwe Hofer vom Vorstand der Genossenschaft. "Im Koalitionsvertrag wurde die Energiewende in Bürgerhand noch gefeiert, schon wenige Wochen später will die Bundesregierung davon nichts mehr wissen", bringt Hofer seine Enttäuschung auf den Punkt.


In der Genossenschaft haben rund 150 Personen mehr als 140.000 Euro für sauberen Strom zusammengelegt. Auf der Warteliste stünden die Namen von mehr als 15 Interessierten für Photovoltaik-Anlagen zur Eigenbedarfsversorgung. "Wir wollen die Chance für neue Projekte erhalten, um auch sie ins Boot holen zu können", sagt Genossenschaftler Hofer.


Er und seine Vorstandskollegin Barbara Rodi kündigten Widerstand gegen den Plan an, kleinen Energieerzeugern den Absatzweg über die regionalen Netzbetreiber zu versperren. "Die Bundesregierung will Stromproduzenten ab 100 Kilowatt zur Direktvermarktung ihres Stroms an der Börse zwingen", sagt Rodi. Für regionale Unternehmen würde dies ein aufwändiges und unkalkulierbares Verfahren bedeuten und deren Arbeit letztlich unattraktiv machen.


Rodi: "Es liegt nicht im Interesse der Gesellschaft, wenn nur noch die Energieriesen in das regionale Netz einspeisen dürfen. Die Direktvermarktung über Händler, die kleinere Energiekontingente zur effizienteren Vermarktung zusammenfassen, war auch bisher nicht zur Kostenminderung für private Nutzer und kleine Gewerbebetriebe geeignet. Wir wollen einen fairen Wettbewerb auf den Energiemärkten hier in unserer Region. Denn wir sind überzeugt, dass die Energiewende nur in gemeinschaftlicher Anstrengung gelingen kann."


Informationen unter www.energiegenossenschaft-herford.de


© 2014 Neue Westfälische
11 - Bünde, Montag 12. Mai 2014

Mitmachen...

Um die Energiewende auch in Herford und in ganz OWL umzusetzen, gründete das Herforder Anti-Atom-Bündnis eine Energiegenossenschaft.

Download

Satzung...

Philosophie...

Geschäftsordnung...