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Bergertor

Das Ravensberger Hügelland hat derzeit nur zwei nennenswerte Wasserkraftwerke: an der Werre in Löhne und an der Else in Kirchlengern. Drei weitere könnten gebaut werden: an Werre und Aa in Herford und an der Werre in Bad Oeynhausen.Verhindert wurde das bis jetzt nicht durch die Landschaft mit ihrem geringen Gefälle, sondern durch die Kommunalpolitik mit ihren Widrigkeiten.

Das Wehr am Bergertor ist gut geeignet zur Erzeugung von grundlastfähigem Strom. Nachdem Anfang 2007 die Gastwirtschaft Niemeier abgerissen worden war, bewarb sich ein Privatinvestor bei der Stadt Herford vergeblich darum, eine Wasserkraftschnecke installieren zu dürfen.

2008 bis 2012 planten die Stadtwerke zusammen mit einem anderen Privatinvestor am Ostufer den Bau eines „Beweglichen Wasserkraftwerkes“ und einer Fischtreppe. Dafür kauften sie einen ca.300m² großen Uferstreifen, der zum ca.4600m² großen, ehemaligen Niemeier-Gelände gehört hatte. Genutzt werden sollte eine Fallhöhe von 3,2m, und vorhergesagt wurde ein jährlicher Stromertrag von 1 000 000kWh, ausreichend für evtl. 250 Haushalte.

Am 22.gr.2012 scheiterte das Projekt auf der Zielgeraden am Bau- und Umweltausschuß, der die Rentabilität anzweifelte. Die Technik ist vergleichsweise teuer. Er beauftragte die Bauverwaltung, eine Variantenuntersuchung zur Herstellung der Fischdurchgängigkeit ausarbeiten zu lassen.

Am 20.3.2013 wurde bekanntgegeben, dass ein kleiner Investor aus Bielefeld, die Gilde Stadtsanierung, das ehemalige Niemeier-Gelände einschließlich Uferstreifen kaufen will, um dort drei Wohngebäude zu errichten. Daraufhin warnte die Energie-Genossenschaft wiederholt davor, den für eine Fischaufstiegsanlage bestens geeigneten Uferstreifen zu verkaufen, bevor die Variantenuntersuchung nicht vorliegt. Die Kosten für einen Fischaufstieg im Uferstreifen schätzte sie auf 220 000€. Trotzdem stimmte der Stadtrat am 16.5.2013 dem Verkauf zu. Es wurde noch nicht einmal versucht, mit der Gilde Stadtsanierung zu vereinbaren, den Bau eines Fischaufstiegs im Uferstreifen zu dulden, falls die Variantenuntersuchung das empfiehlt. Die Stromerzeugung mit einer rentablen und fischfreundlichen Wasserkraftschnecke wurde von vornherein abgelehnt. Hinreichend begründet werden konnte es nicht.

Die Variantenuntersuchung wurde erst am 27.11.2013 im Rathaus vorgestellt. Sie enthält 6 Varianten, die weiterverfolgt werden, aber keine davon betrifft den Uferstreifen, weil die Bauverwaltung veranlasst hatte, das Ostufer auszublenden. Der Auftrag des Bau- und Umweltausschusses vom 22.11.2012 war dagegen allgemein gehalten. Eine Untersuchung auch des Uferstreifens ist aber zwingend erforderlich, um herausfinden zu können, welche Lösung zur Herstellung der Durchgängigkeit die geringsten Kosten verursacht, technisch überzeugt und ansprechend aussieht. Die voraussichtlichen Kosten der 6 Varianten liegen zwischen 1 400 000€ und 3 600 000€. Es bleibt abzuwarten, ob das Bauprojekt der Gilde Stadtsanierung, „Wohnen am Bergertor“ verwirklicht wird.

Der voraussichtliche Baubeginn wurde bereits um ca. 9 Monate nach hinten verschoben.

Wenn aber tatsächlich gebaut wird, ist eine Fischaufstiegsanlage im Uferstreifen endgültig ausgeschlossen. Der Investor ging auf die Kooperationsangebote der Energie-Genossenschaft nicht ein. Die künftige Machbarkeit eines Wasserkraftwerks ist ungewiss. Muss auch in Zukunft die Energie der Werre verloren gehen?

 

Opens external link in new windowWeitere Informationenzum Thema Wasserschnecke finden Sie hier: http://www.warburger-brauerei.de/index.php/umwelt-nachhaltigkeit/wasserkraft/wasserkraftschnecke

 

 

 

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